Wie du vermeidest, dass dir der Stress auf die (Neben)-Nieren schlägt | blog | lukas°ebner

Wie du vermeidest, dass dir der Stress auf die (Neben)-Nieren schlägt

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Bis jetzt hatte ich mich, wenn ich die Physiologie der Stressreaktion beschrieben hatte, hauptsächlich auf das Gehirn beschränkt.

Es gibt aber in unserem Körper eine Steuerzentrale, außerhalb deines Gehirn, die nicht nur die Funktion des Gewebes und der Organe kontrolliert, sondern auch entscheidende Auswirkung auf das Denken und Fühlen hat.

Sie erreicht kaum die Grösse einer Walnuss und liegt dort, wo man sie am wenigsten vermutet. Sie sitzt auf deinen Nieren.

Ich spreche von den
Nebennieren. Lass dich von dem Namen nicht täuschen, mit den Nieren haben sie eigentlich wenig am Hut, außer, dass sie ihnen aufliegen.

Cortisol, gebildet in der Nebennierenrinde, wird durch ein Signal aus der Hypothalamus-Hypophysen-Achse ausgeschüttet. Es macht dich aufmerksam, kampf- oder fluchtbereit.

Bei Dauerstress wird es permanent abgegeben.
Doch wie man so schön sagt: Alles hat ein Ende, nur die Wur … .
Naja, ich bleibe mal sachlich, du weißt ja was ich meine.
Die Reserven sind irgendwann erschöpft. Besser gesagt deine Nebennieren, sie können kein Cortisol mehr nachproduzieren.
Sie wurden zu sehr geschröpft, man spricht dann von
Nebennieren-Insuffizienz.

Die Nebennieren und ihre Hormone, allen voran Cortisol, haben in so ungefähr allen wichtigen physiologischen Vorgängen deines Körpers die Finger im Spiel, ein kleiner Überblick:

Sie beeinflussen

  • die Verwertung von Kohlenhydraten (Zucker) und Fetten

  • die Herstellung von Energie

  • die Regulierung des Blutzuckers

  • die reibungslose Funktion von Herz und Kreislauf

  • die ordnungsgemäße Funktion von Magen und Darm


... es gäbe noch mehr Beispiele, aber ich glaube du hast verstanden auf was ich hinauswill: Beleidigst du deine beiden „Walnüsse“, hat dies negative Auswirkungen auf deinen gesamten Körper ... und das passiert nun mal bei dauerhafter Stressbelastung.


FAZIT

Nebennieren erschöpft


kein Cortisol


  • keine Energie

  • die Aufmerksamkeit lässt nach

  • dein Belastungsniveau rauscht in den Keller

  • Entscheidungen zu treffen werden zum Ding der Unmöglichkeit

  • dein Immunsystem arbeitet nur mehr auf Sparflamme


Lass es erst gar nicht so weit kommen!


  • Stress vermeiden!!!

"Ach wirklich?", wirst du dir jetzt denken. Wenn es so einfach wäre Stress aus dem Weg zu gehen, hättest du es schon längst gemacht.

Mache Folgendes und du wirst sehen, wie ich das meine:
Nimm dir die Zeit und schreibe auf was so alles in deiner Woche passiert ist.


Was hat dir gut getan?

Wann und wodurch wurde dein Cortisolspiegel in die Höhe getrieben?

Gibt es immer wiederkehrende Situationen, die dich belasten?

Gibt es dabei Situationen, die du vermeiden kannst?

Wie sieht die Beziehung zu deinen Mitmenschen aus? (privat, am Arbeitsplatz)

Worin fühlst du dich frei? Könntest du diese „Aktivität“ verstärken?

Wie sieht deine Freizeit aus?

Lädst du deine Batterien auf oder entleerst du sie vollkommen?

Wenn du nach der Arbeit Leistungssport betreibst, du dich mit jedem Tag erschöpfter fühlst, obwohl du eigentlich dadurch fitter werden solltest, dann überleg mal ob nicht ein gemütlicher 1-stündiger Lauf gesünder wäre.

Einfache Fragen, die zum Beantworten gar nicht so einfach sind.
Lass dir dabei Zeit und ... sei ehrlich zu dir!

Finde heraus was eigentlich deine potentiellen Stressauslöser sind.

Mach dir eine Liste und teile sie in zwei Spalten.
Trage in die eine Spalte alles ein, was dir gut tut und in die andere, was dich belastet.
Dann überlege,
was kannst, willst, mußt du aus deinem Leben streichen und welchen Themen willst du mehr Zeit widmen.

Zum Abschluss möchte ich dir einen kurzen Ausschnitt aus dem Buch
„Warum nicht – Über die Möglichkeit des Unmöglichen“ von Uwe Böschemeyer zitieren:

„ ...,dass die Außenwelt mich selbst, also meine Innenwelt mehr bestimmt als mir lieb und zuträglich ist und dass niemand außer mir selbst dazu aufgerufen ist, mein Da-Sein zu ändern. Dann sollte ich mich zuerst fragen, was aus mir bisher geworden ist, wo ich jetzt stehe, wie es mir heute geht ... Ich muss Bilanz ziehen.

... Warum Bilanz ziehen? Weil aller Erfahrung nach erst dann, wenn mir aufgegangen ist, was ich nicht bin, nicht habe, nicht kann, wenn mir meine Defizite an die Nieren gegangen sind, ich bereit bin zu ändern, was zu ändern möglich ist.“


Sorry für den kurzen philosophischen Ausflug, aber gerade ein Neurobiologe darf auch mal philosophisch sein.

Ich würde mich sehr über Feedback freuen, wie es dir geht, was du bereits umsetzen konntest. Für Anregungen aller Art bin ich immer offen.
Vielleicht liegt dir ein Thema am Herzen, dass ich unter die Lupe nehmen kann?

Schreibe mir doch gleich unten ein Kommentar dazu.

Damit will ich aber auch für heute abschließen und wünsche dir viel Spaß beim durchleuchten!

Bis nächste Woche, Lukas






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